Kirchenkrise

Um sein Erlösungswerk bis zum Ende der Zeiten in der ganzen Welt fortzuführen hat unser Herr die Kirche gegründet. Durch das Blut Christi erworben, ist die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Petrus und seinen Nachfolgern, den Päpsten, anvertraut worden. Die katholische Kirche ist zugleich eine sichtbare Gemeinschaft und der mystische Leib Christi. Christus ist ihr Haupt; die Gläubigen sind ihre Glieder. Durch die Sakramente gibt die hl. Kirche das am Kreuz erworbene übernatürliche Leben weiter.

Die Kirche die unbefleckte Braut Christi, von Christus so sehr geliebt, daß er sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen. Auch wenn ihre Glieder sündigen, bleibt sie selbst in ihrer Lehre, ihren Sakramenten, ihrer

göttlichen Verfassung und ihrem Ziel die treue und makellos reine Hüterin des geoffenbarten Glaubensgutes, die Spenderin der Geheimnisse Gottes.

Die Kirche ist die Mutter der Seelen: Durch die Taufe erweckt sie die Menschen zum göttlichen

Leben, durch die hl. Eucharistie nährt sie ihre Gläubigen, durch das Sakrament der Buße richtet sie diese wieder auf, wenn sie fallen; durch die Firmung stärkt sie sie, und durch das Sakrament der Ehe heiligt sie die Familien. In der Priesterweihe weiht sie Priester, und in der Letzten Ölung steht sie den Sterbende bei.

Die Kirche belehrt die Menschen in allem was sie für ihr ewiges Heil und zum Wohlergehen ihres Daseins auf Erden bedürfen, sie schenkt ihnen alle Gnaden und Mittel, derer sie für das ewigen Leben bedürfen.

Die Kirche ist von Christus gestiftet und vom Hl. Geist gegründet. Sie ist keine NGO, sondern der mystische Leib Christi; sie hat sakramentalen Charakter. Ihr Fundament bilden die Tradition, die Hl. Schrift und das Lehramt, d.h. die verbindliche Lehre der Kirche. Das kirchliche Lehramt verkündigt und definiert unveränderliche Glaubenswahrheiten, die zwar im Laufe der Geschichte immer mehr ausgefaltet werden, die sich aber in ihrem Inhalt nicht ändern können.

Der sogenannteModernismus“, der von Papst Pius X. in der Enzyklika Pascendi Dominici Gregis (1907) als „Sammelbecken aller Häresien“ bezeichnet und lehramtlich verurteilt wurde, ist eine große, bisher noch unbewältigte Last für die Kirche. In ihrem Streben, den christlichen Glauben an die Irrtümer der modernen Philosophie, die protestantische Bibelkritik und das wissenschaftsgläubige Weltbild der letzten Jahrhunderte anzupassen, hat der Modernismus die Kontinuität mit der Lehre der frühen Kirche in wichtigen Bereichen aufgegeben, die Bedeutung der apostolischen Sukzession, die Unveränderlichkeit zentraler Dogmen und vieles mehr. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben sich all die Spannungen zwischen der traditionellen Lehre und den modernistischen Umdeutungen des Glaubens in einer Weise verdichtet, daß diese in einigen Bereichen substantiell unterminiert wurde. Siehe auch die Rubrik: Kirchenkrise und die einschlägigen Text von Erzbischof Lefebvre .

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