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Die Anfänge der Neuscholastik in Deutschland u. Italien (1818-1870)

Detlef Peitz
nova & vetera
Art.Nr.: 01-02-02
Die Anfänge der Neuscholastik in Deutschland u. Italien (1818-1870)

Welche Kraft aus der Beschäftigung mit dem vor gut 750 Jahren entstandenen Werk des hl. Thomas von Aquin (1225-1274) ausströmt und welch spekulative Tiefe dabei erreicht werden kann, ist immer wieder erstaunlich: Nach der Französischen Revolution und der mit ihr im Zusammenhang stehenden Säkularisation entdecken Philosophen und Theologen überall auf der Welt das Werk des Aquinaten für sich neu und schaffen damit die Voraussetzung für die Erarbeitung einer überzeugender Alternative zur Subjektphilosophie im Anschluss an Descartes, Kant und Hegel, die ihre katholischen Epigonen zum Teil zu bedenklichen theologischen Konsequenzen verleitete. Dennoch gab es bis jetzt kaum wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Neuscholastik genannten Thomasrenaissance um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland und Italien, die in beiden Ländern bis 1870 ziemlich parallel verlief, befassten. Mit vorliegender Darstellung der Ursprünge und der Entstehungsgeschichte der Neuscholastik in beiden Ländern wird eine empfindliche Lücke in der Erforschung des Thomismus geschlossen.

Ausgehend von einer Darstellung der Situation der Scholastik im kirchlich-wissenschaftlichen Leben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird der Blick auf die Bemühungen der Philosophen Franz Jakob Clemens in Bonn und später in Münster sowie Gaetano Sanseverino in Neapel gelenkt, der als philosophia perennis verstandenen Scholastik wieder zu einem Platz im Wissenschaftsbetrieb zu verhelfen. Beide wären wahrscheinlich aber nur Randerscheinungen in der Geschichte geblieben, wenn ihre Schriften in den 1850er-Jahren nicht so bereitwillig von einer Vielzahl der Zeitgenossen aufgegriffen worden wären. Möglich wurde dies durch die Publikationsforen, die ihnen neugegründete Zeitschriften wie „Der Katholik" in Mainz und „La scienza e la fede" in Neapel sowie die „Civiltà Cattolica" in Rom boten, sowie die Adaptierung ihrer Lehren an neu- oder wiederbegründeten kirchlichen Seminaren und Akademien.

Eine neue Qualität gewinnt die Neuscholastik durch die muttersprachliche Darstellung thomistischer Lehren bei den Jesuiten Joseph Kleutgen und Matteo Liberatore sowie bei dem Paderborner Thomisten Hermann Ernst Plaßmann, die damit zugleich eine Antwort auf die Infragestellung der Scholastik durch katholische Philosophen wie Günther, Baader, Hermes sowie Rosmini und Gioberti zu geben versuchten. An die von diesen veröffentlichten bahnbrechenden Arbeiten, die in vorliegendem Werk erstmals einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden, knüpfen in der Folgezeit viele junge katholische Wissenschaftler in Deutschland und Italien an: Giovanni Maria Cornoldi, Michael Glossner, Franz von Paula Morgott, Konstantin von Schäzler, der „Fürst der Neuscholastik", Matthias Joseph Scheeben, Albert Stöckl und Thomas Maria Zigliara, um nur einige zu nennen, die eingehend gewürdigt werden und für die größtenteils zum ersten Mal eine umfassende Bibliographie vorgelegt wird.

Im systematischen Teil der Arbeit werden schließlich die Leitgedanken des hl. Thomas von Aquin dargestellt, denen sich die Neuscholastiker in Deutschland und Italien in äußerst fruchtbringender Weise widmeten, bis durch den Kulturkampf in Deutschland und die Auflösung des Kirchenstaates in Italien das wissenschaftliche Leben zunächst einmal wieder zum Erliegen kam. Die Darstellung der philosophischen, fundamentaltheologischen und theologischen Grundlinien des neuscholastischen Systems stellt zugleich eine verständliche Einführung in das Denken des hl. Thomas dar, die auch jenseits der theologiegeschichtlichen Aspekte heute noch eine große Aktualität besitzt; denn vieles, was bis 1870 schon erarbeitet worden war, wurde vielerorts zunächst mit der Verschulung der Theologenausbildung und den Rückgriff auf lateinische Manuale wieder verdrängt und geriet schließlich im Zuge der großen Umwälzungen nach dem 2. Vatikanischen Konzil vollends in Vergessenheit.
571 Seiten, 14,8 x 21 cm
geb.


Preis: 58,00 EUR
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