eMail-Adresse: Passwort:
Passwort vergessen?
  1. Home
  2. Über uns
  3. Kontakt
  4. Service
  5. Versand
  6. Buchpreisbindung

Ich will Gott schauen - Weg des Getauften mit den Meistern des Karmel

Maria-Eugen Grialou
Paulus Verlag
Art.Nr.: 11-01-02
Ich will Gott schauen - Weg des Getauften mit den Meistern des Karmel

Es gibt auch heute eine große Zahl von Menschen, die nach geistlichen Lehrern Ausschau halten. Solche Meister sind die christlichen Mystiker, namentlich jene des Karmel, weil sie aus persönlicher Gotteserfahrung sprechen und ihre Schriften den Weg des inneren Gebets erschließen. Doch sie bedürfen der Auslegung und Aktualisierung. Das gelingt Maria-Eugen Grialou mit dem vorliegenden Buch. Es begleitet in theologisch, psychologisch und geistlich reifen Gedankengängen und Impulsen Christen jeden Standes zu einem tiefen geistlichen Leben.

Maria-Eugen Grialou wurde 1894 in Le Gua (Frankreich) geboren und trat nach seiner Priesterweihe in den Orden des Karmel ein, wo er bald bedeutende Ämter übernahm. Durch seine Schriften und Vorträge machten ihn über Frankreich hinaus bekannt. Er starb im Jahre 1967. Sein Seligsprechungsprozess wurde 1985 eröffnet.
3., korr. Aufl. 2013
1376 S., 18 x 13 cm
geb. mit Schutzumschlag


Aus dem Text:
An erster Stelle muß betont werden, daß die Kontemplation auf die Theologie angewiesen ist, denn normalerweise kann sie das Wesen der göttlichen Wahrheit nicht erreichen, ohne der dogmatischen Wahrheit zuzustimmen; hierfür bietet ihr die Theologie die Formulierung.
Wir haben bereits weiter oben über die Notwendigkeit gesprochen, sich mit den Glaubenswahrheiten auseinanderzusetzen, wenn man im Gebetsleben Fortschritte machen will. [...] Hier handelt es sich um mehr, nämlich um die übernatürliche Kontemplation, die manche moderne Philosophen von jeder dogmatischen Grundlage trennen möchten.
Diese Denker, erkennen zwar die Überlegenheit und die wunderbaren Erfolge der katholischen Mystik und begegnen deren Vertretern mit großer Ehrfurcht; sie dürften aber unserer Meinung nach nicht einfach das Zeugnis dieser Kontemplativen außer acht lassen, die sich ausnahmslos, in Wort und Tat, der kirchlichen Glaubenslehre unterwarfen.
Heilige Teresa von Jesus (1515-1582)
Teresa [von Jesus/ von Avila] versichert so oft und so entschieden ihre Absicht, sich der Kirche und den Theologen unterzuordnen, daß es sich erübrigt, hierfür eigene Textstellen anzuführen.
Therese vom Kinde Jesus ist ihrerseits so sehr auf die Orthodoxie eines Buches bedacht, daß sie bereits ablehnt, es zu lesen, wenn sich der Verfasser nur dem Bischof widersetzt, ohne deshalb Häretiker zu sein.
In der Tat, diese Heiligen scheinen nicht daran zu zweifeln, daß die Treue zur offenbarten Wahrheit, die ihnen die Kirche bietet, Voraussetzung für die Suche nach dem wahren Gott ist. Dieselbe Wahrheit leuchtet uns immer auf dem Weg zu Gott voran; sie ist es auch, die uns im Halbdunkel das Ziel erkennen läßt. Wenn man sich dem Dogma, das die Wahrheit birgt, nicht unterwerfen will, zerstört man in seinem Innern den Glauben und die Liebe und schließt sich selbst von der übernatürlichen Kontemplation aus; denn Glaube und Liebe, diese zwei theologalen Tugenden, sind ihre aktiven Werkzeuge. Wenn auch in Ausnahmefällen das Wissen um einzelne Wahrheiten minimal sein kann, so darf zu klar definierten dogmatischen Wahrheiten die Zustimmung nie ganz fehlen, denn diese gehört wesentlich zum Glauben.1

1Die Weigerung, einer offenbarten Wahrheit zuzustimmen, ist immer eine Verfehlung wider den Glauben. Dennoch darf man einräumen, daß nur einige dogmatische Wahrheiten mittelhaft heilsnotwendig (”nécessité de moyen”), d.h. für den Glauben und das übernatürliche Leben absolut unterläßlich sind, wie etwa die Aussagen über das innere Leben Gottes (Dreifaltigkeit) und die Mittlerschaft Christi. Die Kenntnis der anderen Wahrheiten ist gebothaft heilsnotwendig (”nécessité de précepte”), darf also auch nicht vernachlässigt werden.

Die implizite Zustimmung zu ersteren mag manchmal genügen. Dies wäre eine Erklärung für das Vorhandensein übernatürlichen Lebens und echter mystischer Gnaden bei Nichtchristen. Vgl. den Aufsatz von P. Elisée de la Nativité, “L’expérience mystique d’Ibn’Arabi est-elle surnaturelle?” (”Ist die mystische Erfahrung von Ibn’Arabi übernatürlich?”), in: Etudes Carm., Okt. 1931, vor allem die theologischen Schlußfolgerungen S. 162-169.


Heilige Therese vom Kinde Jesu (1873-1897)
Außerdem sei vermerkt, daß der dogmatische Lehrsatz nicht nur ein analoger Ausdruck ist, das heißt ein Symbol oder ein natürliches Zeichen für die göttliche Wahrheit; er enthält die Wahrheit, die er ausdrückt. Er lenkt uns nicht nur zur Wahrheit hin wie ein Hinweisschild am Straßenrand, nein, er schenkt sie uns, da er sie in sich birgt.

Dasselbe erklärt uns Johannes vom Kreuz in seinem Kommentar zur zwölften Strophe des Geistlichen Gesangs:

O kristallhelle Quelle,
Wenn doch in deinem Antlitz silberhelle
Du plötzlich bilden möchtest
Die Augen, die ersehnten,
die ich gezeichnet trag in meinem Innern.

Die Aussagen und Artikel des Glaubens nennt die Seele hier “silberhelles Antlitz”. Um dies und die nachfolgenden Verse zu verstehen, muß man wissen, daß der Glaube, nach dem, was er uns lehrt, mit dem Silber verglichen wird, und daß er mit dem Gold verglichen wird nach seinem Kern, den in ihm verborgenen Wahrheiten. Diese Substanz, die wir jetzt gläubig annehmen und die von dem Silber des Glaubens überdeckt ist, sollen wir im anderen Leben erschauen und genießen, wenn er goldene Kern des Glaubens offen daliegt. (…)

So teilt uns der Glaube Gott selber mit und schenkt ihn uns, wie unter einer silbernen Hülle. Doch auch so gibt er uns Gott in Wahrheit, so wie jemand, der ein übersilbertes Goldgefäß verschenkt, in Wahrheit ein Goldgefäß verschenkt hat. (Gesang, 12, 4)

Die innige Verbindung zwischen dogmatischer Formulierung und göttlicher Wahrheit könnte nicht klarer ausgedrückt werden. Die Formulierung ist keine leere Hüle, sondern ist mit der Substanz der göttlichen Wahrheit selbst angefüllt.

Der Kontemplative dringt bereits hier auf Erden - wenngleich auf unvollkommene Weise - zum Gold der wesenhaften Wahrheit vor, das sich jenseits der versilberten Oberfläche, d.h. des Ausdrucks befindet. Das lehrt der heilige Johannes in demselben Kommentar:

Die “Augen” sind die strahlenden göttlichen Wahrheiten, die der Glaube uns in seinen Sätzen nur verhüllt und unausgebildet darbietet. (…) Als Augen bezeichnet sie (die Braut) hier diese Wahrheiten wegen der Gegenwärtigkeit des Geliebten, die sie so eindringlich fühlt, daß ihr sein Blick immer auf ihr zu ruhen scheint. (Ebd., 12, 5)


Heiliger Johannes vom Kreuz (1542-1591)
Selbstverständlich kann man nach Auffassung des Heiligen diese beiden Elemente - das lautere Gold der Wahrheit und die silberne Oberfläche der dogmatischen Formulierungen - in diesem Leben nicht voneinander trennen. Um die göttliche Wahrheit zu finden, muß man sich auf die Lehrsätze stützen, die sie zum Ausdruck bringen und enthalten. Eine andere Interpretation würde nicht nur dem einen oder andern Teil der Schriften des heiligen Johannes vom Kreuz widersprechen, sondern seiner gesamten Lehre und seinem persönlichen Verhalten den Zusammenhang nehmen.

Jeder Versuch, die Mystik vom Dogma zu trennen, steht darum im Widerspruch zur Lehre des Kirchenlehrers, ja zum Wesen der Kontemplation überhaupt. Mögen manche Denker noch so starke Intuitionen empfangen, es gibt keine empirische Methode, mit der sie den Graben zwischen natürlicher und übernatürlicher Kontemplation überspringen könnten. Es gelingt einem nur, in der übernatürlichen Transzendenz zu ruhen und von ihr verwandelt zu werden, wenn man an die Lehre der Kirche glaubt und wenn Gott seinen besonderen Beistand durch die Gaben des Heiligen Geistes schenkt.1

Anm: 1Mit gewohnter Meisterschaft untersuchte J. Maritain die Frage, bis zu welcher natürlichen Gotteserfahrung die hochentwickelten Methoden Indiens führen können. Ohne den besonderen Beistand durch die Gaben [des Heiligen Geistes] vermögen die natürlichen Formen der Mystik auf keinen Fall, auch wenn sie von noch so genialen und geübten Personen praktiziert werden, zur wahren übernatürlichen und eingegossenen Kontemplation zu führen, wie sie die Meister des Karmel beschreiben. Vgl. J. Maritain, “L’espérience mystique naturelle et le vide”, in: Etudes Carm., Okt. 1938.



Preis: 67,00 EUR
inkl. UST exkl.
Lieferzeit: i.d.R. 5-9 Werktage
  Merkzettel  

Kunden, welche diesen Artikel kauften, haben auch folgende Artikel gekauft:

Segne Du Maria Wie das schöne Marienlied entstand Segne Du Maria Wie das schöne Marienlied entstand

3,00 EUR
inkl. UST exkl.
Marienaufkleber Marienaufkleber

0,50 EUR
inkl. UST exkl.
Das Unbefleckte Herz Mariä Die große Offenbarung in Fatima und Pontevedra Das Unbefleckte Herz Mariä Die große Offenbarung in Fatima und Pontevedra

2,50 EUR
inkl. UST exkl.
Ein Bischof im Sturm - DVD Ein Bischof im Sturm - DVD

12,00 EUR
inkl. UST exkl.
Das Todesurteil Das Todesurteil

5,00 EUR
inkl. UST exkl.
Mein erstes Messbuch Mein erstes Messbuch

11,90 EUR
inkl. UST exkl.